F.A.Q. - Wie funktioniert das mit den Zuzahlungen und wie hoch sind diese?

Die Kosten für eine stationäre rehabilitationsmaßnahme werden von den gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich voll übernommen.
Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen allerdings gesetzlich vorgeschriebene Eigenanteile zahlen.
Es gelten die folgenden Regelungen:

- Bei Anschlussrehabilitationsmaßnahmen 10,-Euro (das heißt nach Verlegung aus
dem Krankenhaus in die Rehaklinik) pro Tag des stationären Aufenthalts
begrenzt auf 28 Tage, wobei eine Anrechnung der aufgrund eines
vorangegangenen Krankenhausaufenthalts im selben Kalenderjahr gezahlten
Zuzahlungsbeträge erfolgt.
- Bei allen übrigen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen 10,-Euro pro
Tag des stationären Aufenthalts- ohne zeitliche Begrenzung oder Anrechnung
beeits geleisteter Zuzahlungsbeträge.

TIP: Für chronisch kranke Patienten (hier entfällt die 4-Jahres-Frist), die aus medizinischen Gründen erneut eine stationäre Rehamaßnahme benötigen, oder deren Maßnahme länger als 6 wochen dauert, haben die Landesverbänder der Krankenkassen beschlossen, entsprechend der Regelung der Anschlussheilrehabilitation zu verfahren.

Versicherte haben während jedes Kalenderjahres nur Zuzahlungen bis zur Belastungsgrenze zu leisten. Die Belastungsgrenze beträgt 2% des jährlichen Familien-Bruttoeinkommens; für chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, beträgt sie 1% des jährlichen Bruttoeinkommens. Bei Erreichen der Belastungsgrenze können Sie auf Antrag bei der Krankenkasse von weiteren Zuzahlungen befreit werden.

Als schwerwiegend chronisch krank gilt, wer wenigstens ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Merkmale vorhanden ist:

- Es liegt Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 vor.

- Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) oder eine Erwerbsminderung (MdE) von
mindestens 60 Prozent vor.

- Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich, ohne die
nach ärztlicher Einschätzung eine lebensberohliche Verschlimmerung, eine
Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung
der Lebensqualität zu erwarten wäre.

Zur Bestätigung einer schwer chronischen erkrankung erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse ein Formular, das vom Arzt gegebenenfalls auszufüllen ist.

TIP: Sammeln Sie alle Belege (Quittungen) über Zuzahlungen. Am Jahresende reichen Sie die Unterlagen ein, wenn Ihre Zuzahlungen über der Belastungsgrenze liegen (es gibt dafür Anträge).
Sind bereits während des Jahres höhere Zuzahlungen angefallen, ist eine vorzeitige Erstattung und ggf. Befreiung für die weiteren Monate möglich. Bitte legen Sie den Befreiungsausweis beim Arzt oder in der Klinik vor.

Bei der DRV Bund können Sie auf Antrag unter bestimmten Vorraussetzungen ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreit werden, wenn die Zuzahlung Sie unzumutbar belasten würde. Hierzu sehen die Richtlinien der DRV Bund vor:

Auf Antrag werden Versicherte/Rentner von der Zuzahlungspflicht vollständig befreit,

- deren monatliches Netto-Erwerbseinkommen oder deren Erwerbsersatzeinkommen 40 v. H. der monatlichen Bezugsgröße (das sind im Jahr 2004 mtl. 966,- Euro) nicht übersteigt. Erwerbseinkommen und Erwerbsersatzeinkommen sind zusammenzurechenen.

- die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundessozialhilfegesetz bzw. Leistungen zur Grundsicherung nach dem Grundsicherungsgesetz bezeihen, unabhängig von Art und Höhe dieser Leistung

Auf Antrag werden gemäß der nachstehenden Zuzahlunsliste der Rentenversicherungsträger teilweise befreit Versicherte,

- die ein Kind haben

- die pflegebedürftig sind, wenn ihr Ehegatte oder Lebenspartner, mit dem sie in häuslicher Gemeinschaft leben, sie pflegt und deswegen eine Erwerbstätigkeit nicht ausübt.

- deren Ehegatten oder Lebenspartner, mit dem Sie in häuslicher Gemeinschaft leben, pflegebedürftig ist und keinen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat.

- deren tatsächliche Netto-Einkommen den Betrag von monatlich 1199,99 im Jahr 2004 nicht übersteigen. Erwerbseinkommen und Erwerbsersatzeinkommen sind zusammenzurechnen.

Bei sonstigen Leistungen für ehegatten, die keinen Anspruch af diese Leistungen aus eigener Versicherung haben, sind bei der Prüfung der Befreiung von der zuzahlung die Verhältnisse der Versicherten/Rentner maßgebend.

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